Einleitung
Hugoldsdorf – mitten im tiefsten Osten, irgendwo zwischen Rostock und Stralsund, ein kleines 150 Seelen Dorf.
Wie in vielen Dörfern dort, gibt es auch in Hugoldsdorf ein Gutshaus – von allen „das Schloss“ genannt. Dieses wurde 2006 von Gottfried aus Hamburg gekauft – frei gekauft. Das heißt zum einen, es gehört ihm, so wie es ist. Keine Schulden, keine Kredite, keine Firmen oder sonst etwas hängt finanziell noch dran.
Und zum anderen ist es räumlich und gedanklich frei – eben ein Freiraum. So war es von ihm gedacht: eine Kulturbaustelle, die auf das wartet, was kommen soll.

Und das kam!
Unter anderem im August 2007 durch die Initiative captura.
Friedel Reinhardt (29 Jahre), Maria Veron (31 Jahre) und Florian Lück (34) sind diejenigen, die captura tragen. Seit 2003 arbeiten sie daran, "die Fundamente unserer Gesellschaft, insbesondere die sozialen Grundlagen von Schule, in den Tiefen und Breiten des menschlichen Seins zu erforschen" – so formulieren sie selbst es.
Dazu organisierten sie drei große Tagungen mit Schülern. Danach war klar, es braucht ganz dringend eine neue und andere Form von Schule. Und es war klar, dass das eine Lebensaufgabe ist – wie auch immer es sich konkret entwickeln würde.

In einem 90- minütigen Dokumentarfilm wollen wir von diesem Experiment erzählen.
Bereits seit 2005 begleiten wir die 2003 begonnene Reise der Initiative. Dabei wurde der Wunsch, in einem Film erlebbar zu machen, was die Herausforderung Freiraum konkret heißt, immer größer.
Nun ist der Punkt gekommen, da die Geschichte erzählt werden soll. Seit August 2010 sind wir regelmäßig in Hugoldsdorf um dort zu filmen. Auf die eine, oder andere Weise wird daraus in den kommenden ein bis zwei Jahren ein Film entstehen.